Britta Schopf
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Vom Erspüren des Urwesentlichen Trotz der hohen Bandbreite ihres bisherigen Werkes und ihres gegenwärtigen Schaffens verfolgt Britta Schopf in ihrer Kunst einen bestimmten Stil, der unter anderem von einem ausgeprägten und unbefangenen Spiel- und Experimentiertrieb zeugt. Neben humor- und liebevollen schlicht gezeichneten Episoden aus dem Privatleben homoerotischer Gartenzwerge finden sich in ihrem Werk auch schaurige, jenseitig konnotierte Hornskulpturen sowie Produkte aus der Beschäftigung mit herkömmlicheren Disziplinen der bildenden Kunst wie dem Ölportrait, dem Aquarell oder der Gipsskulptur.

Britta Schopf geht der Sache auf den Grund, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr Mangel an künstlerischem Snobismus zeigt sich in der Unvoreingenommenheit bei der Wahl des Arbeitsmaterials. Außer den klassischen Arbeitsmaterialien wie Öl, Wasserfarbe, Graphit und Gips ist Britta Schopf sogar Dreck und Abfall einen Schöpfungsakt wert. Und auch Hörner und Geweihe, echte Überbleibsel wehrhafter Fluchttiere, sowie die Knochen, Nägel, Zähne, Klauen und Haare anderer Lebewesen finden dahingehend Verwendung, dass sie in manchmal recht wuchtigen Neuinstallationen von teilweise furchteinflößender Wildheit landen.

Die Vernachlässigung, wenn auch nicht unbedingt die Bekämpfung des Rationalen durchzieht ihr Werk, das eher von Intuition und urgewaltlichem, mehr von Imaginatio als von dem Gegenteil, der Ratio, geprägt ist.
Das Gespür – als womöglich ältester aller Sinne – hat Vorrang. Direktheit geht vor Abstraktion, und hier tritt der Tagebuchcharakter, eine bezeichnende Facette ihres Werkes, zutage.

Grundinteresse ihres Schaffens ist das Selbstverständnis. Anstelle der klaren Linien und farbigen Flächen ihres frühen, etwa von Frank Stella beeinflussten Werks steht nun: kindlicher Spieltrieb, die Hinwendung zur Ursprünglichkeit und der Wildheit der Natur, und, damit zusammenhängend, das Bekenntnis zum eigenen Chaos, zu eigenem Schmerz und zur eigenen Verwundbarkeit.

Johannes Lauer